Sonntag, Mai 20, 2012

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Die Rauhnächte waren ursprünglich „Heilige Nächte“, in denen möglichst nicht gearbeitet, sondern nur erzählt, meditiert und im engsten Umfeld orakelt wurde. Ihr Ursprung liegt vermutlich in der Zeitrechnung nach einem Mondjahr. Ein Jahr aus 12 Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Um mit dem Sonnenjahr in Übereinstimmung zu bleiben, werden die fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als tote Tage (d.h. ausserhalb der Zeit, im besonderen außerhalb der Mondmonatsrechnung) eingeschoben.

Von diesen Tagen wird angenommen, dass die normalen Gesetze der Natur ausser Kraft gesetzt sind und daher die üblichen Grenzen zu anderen Welten wegfallen. Das Geisterreich ist offen und die Seelen der Verstorbenen sowie Naturgeister aus Wald und Wildnis haben Ausgang. Deshalb eignen sich die Rauhnächte besonders für das Befragen von Orakeln und den Kontakt mit den Wesen der „Anderswelt“.

Während diesen 11 Tagen und 12 Nächten wird alles beobachtet: das Wetter, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten wurde oder ob es friedlich zuging. Alles, auch das noch so unwichtige, hat Bedeutung. Jede Nacht entspricht einem Monat des Jahres. Die Rauhnächte beginnen am Ende des Heiligen Abends mit der „Mutternacht“ von 00.00 Uhr bis am 25. Dezember 23.59 Uhr und diese erste Rauhnacht entspricht dem Januar des kommenden Jahres. Sie enden mit der Perchtnacht vom 5. auf den 6. Januar, der 13ten oder „leersten aller leeren“ Nächte, die sich an das System der Zwölf anhängt.

Im Haus darf keine Unordnung herrschen, keine weisse Wäsche auf der Leine hängen (damit die wilden Geister-Reiter sie nicht mitnehmen, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen), und es darf nach alter Tradition auch nicht Karten gespielt werden.

Die beiden wichtigsten Tage der Rauhnächte sind der 28. Dezember – der Tag der unschuldigen Kinder oder die Herodesnacht -, wo die Möglichkeit besteht, alles wieder gut zu machen und aufzulösen, wenn an den drei Tagen zuvor Streit, schlechtes Wetter oder Missstimmung herrschte. Das gleiche kann man nochmals am 5. Januar machen, dem Hohen-Frauen-Tag. Es empfiehlt sich, die Rauhnächte vorsichtig und wachsam zu begehen, da sie das ganze kommende Jahr in sich bergen und jeder selber dafür verantwortlich ist, wie er die Weichen dafür stellt …

Wir möchten hier auf dieser Plattform jeder Nacht einen besonderen Raum bereitstellen, wo wir die Energie der entsprechenden Nacht aufnehmen und diese analog zu den Rauhnacht-Geistern als Seelenbilder auf unserer Reise nach Innen verstehen. Wir laden dich ein, in jeder der 12 Rauhnächte während (d)einer tiefen Meditation etwas vom Geist dieser Nächte als Impuls und Qualität aufzunehmen und in das Neue Jahr zu übertragen.

Zitate: Akron „Die 7 Pforten des Geistes“, Das verborgene Wissen hinter dem überlieferten Denken – Gespräche mit dem alten Magus (unveröffentlichtes Manuskript)
Musik: Renaissance-Musik aus dem frühen 16. Jahrhundert (anonymus, John Dowland)
Interpreten: Patricia Cooney alias Phaedra (Gesang) und Oliver Weislogel (Gitarre) – Member der Prog-Rock-Group „Dorian Opera“